Text & Fotos: Guido

Der Turboguide für Erstlizenzler

Ein Sonntagmorgen. Warm, bewölkter Himmel. Ich nehme meine Sachen aus dem Auto und setze mein Fahrrad zusammen. Von Straßencafés aus schauen Touristen und Einwohner zu. Nicht-Rennfahrer. Die Leere in ihrem Leben schockiert mich. Tim Krabbé, Das Rennen, 1978/2006

Um vom Nicht-Rennfahrer zum Rennfahrer bzw. Rennfahrerin zu werden und Lizenzrennen fahren zu dürfen benötigt ihr formal eine Lizenz. Dafür müsst ihr Mitglied in einem dem BDR angeschlossenen Radsportverein sein und über den Verein - nicht beim Landesverband oder beim BDR - einen entsprechenden Antrag stellen. Den Antrag könnt ihr hier erstellen:

Erstantrag online

Das Antragsformular ist weitestgehend selbsterklärend. Unter Lieferweise könnt ihr zwischen dem Normalweg "über den Landesverband" und dem Eilweg "Eilzustellung" wählen. In beiden Fällen sendet ihr aber das ausgefüllte und unterschriebene Antragsformular an den Verein.

So sieht eine Lizenz aus, die Farben der Karte wechseln jährlich

Für den Lizenzausweis wird ein Bild von euch im Passbildformat benötigt, das mindestens 100 Pixel hoch ist. Ein schlichtes Selfie im JPG-Format reicht aus. Das Bild muss zwar nicht die offiziellen Anforderungen an ein biometrisches Passbild erfüllen, ihr solltet aber frontal abgebildet und gut erkennbar sein.

Kategorien und Altersklasseeinteilungen

Unter Kategorie könnt ihr altersabhängig auswählen. Die Auswahl ist von eurem bei der Anmeldung zu Rad-Net angegebenen Geburtsdatum abhängig. Die Klasse ist bei Erstanträgen immer "C". Die einzelnen Kategorien und Altersklasseeinteilungen könnt ihr hier einsehen:

Kategorien und Altersklasseeinteilungen

Wenn ihr 30 oder älter seid, könnt ihr zwischen "Masters" und "Elite" wählen. Zur Kategorie "Elite" zählen alle Fahrer im Alter von 23 Jahren und älter, die keinen Sportgruppenvertrag besitzen und die nicht die Kategorie "Masters" gewählt haben. Zur Kategorie "Masters" zählen alle Fahrer im Alter von 30 Jahren und älter, die ausdrücklich diese Kategorie wählen. Der Unterschied? Als "Elite-Fahrer/in" könnt ihr nur an Rennen der Kategorie "Elite" teilnehmen. Als "Master" könnt ihr nicht nur in den Seniorenrennen starten, sondern bis zu eurem 60. Geburtstag auch in der Kategorie "Elite". Zumindest theoretisch.

Weitere Hinweise hierzu findet ihr in den Wettkampfbestimmungen für den Straßenrennsport, die ihr zumindest grob kennen, euch aber in jedem Fall einmal angesehen haben solltet. Gleiches gilt für die übrigen Reglements:

Reglements und WB Straße

Aus dem Online-Formular könnt ihr dann auf Knopfdruck einen Antrag im PDF-Format erzeugen. Den druckt ihr mit der Anlage aus, unterschreibt alles (auch die Anlage) und reicht dann alles an euren Verein weiter. Das ist grundsätzlich unabhängig davon, welche "Lieferweise" ihr im Antrag ausgewählt habt. Euer Lizenzantrag muss in beiden Fällen nicht nur von euch, sondern auch vom Verein unterschrieben werden und wird erst danach vom Verein und nicht von euch an die zuständige Stelle beim Landesverband weitergereicht.

Besonderheiten für U19 und Ü60

Wenn ihr noch minderjährig seid, benötigt ihr - wie fast immer, wenn ihr euch rechtlich binden sollt - die Einwilligung eines gesetzlichen Vertreters, der auf dem Antragsformular für euch unterschreiben muss.

Mit der Attestpflicht, der neben Minderjährige auch Heranwachsende bis einschließlich U19 und Sportler/innen, die über 60 Jahre alt sind, unterliegen, gibt es noch eine Besonderheit. Diese müssen dem Erstantrag ein Gesundheitsattest eines Arztes beifügen, das nicht älter als 120 Tage sein darf. Für Minderjährige und U19-Sportler gilt dies nur einmalig, Sportler/innen über 60 Jahre müssen auch bei den jährlichen Folgeanträgen ein Attest beibringen. Unabhängig von der Attestpflicht wird allen Sportlern vom BDR eine jährliche sportmedizinische Basisuntersuchung nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) empfohlen.

Wie lange müsst ihr auf die Lizenz warten?

Eine auf dem Normalweg beantragte Lizenz erhaltet ihr dann über euren Verein. Das dauert im allergünstigsten Fall 14 Tage, stellt euch aber je nachdem, wann ihr die Lizenz beantragt, auf einen eher längerem Zeitraum ein. Denn die Kette ist lang. Der Verein reicht euren Antrag an den Landesverband weiter, der leitet ihn nach der Prüfung weiter an den BDR, der lässt die Lizenz drucken und schickt sie dann an den Verein. Eine auf dem Eilweg beantragte Lizenz solltet ihr aber binnen einer Woche auf dem Postweg direkt von der BDR-Lizenzstelle erhalten.

Und was kostet das Ganze?

Die Kosten bestimmt letzten Endes euer Verein. Viele Vereine staffeln hier nach Alter (z.B. 20,- € für eine Elitelizenz und 35,- € für eine Masterslizenz) oder erlassen die Kosten für die Lizenz ganz, wenn tatsächlich Rennen gefahren werden. Bei einem Eilantrag entstehen zusätzliche Kosten von rund 30 bis 40,- € , weil hier bereits der BDR und der Landesverband Bearbeitungsgebühren nehmen.

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